Was binnen acht Monaten so alles passiert …

Im Oktober letzten Jahres meldeten wir uns das letzte Mal mit den guten Neuigkeiten, dass der Bus nun endlich aus eigener Kraft fährt. Dann war Funkstille, sehr, sehr lange. Das lag nun aber nicht daran, dass wir nichts zu berichten gehabt hätten, ganz im Gegenteil! Es gab sehr viel zu tun und wir konnten enorme Fortschritte in unserem Forschungsprojekt verbuchen. Aber der Reihe nach …

Nachdem der Bus endlich fuhr, damals noch in den Niederlanden, wurde ein letzter Termin für die finale Abnahme beim Auftragnehmer vereinbart. Im Anschluss wurde der Bus nach Zwickau transportiert. Dann endlich, am 22.11.2018 war es so weit: gegen 9 Uhr rollte ein Tieflader mit unserem Bus im Gepäck auf den Campus der Westsächsischen Hochschule in Zwickau.

Nach sehr langer Wartezeit, konnten die Um- und Aufbaumaßnahmen endlich beginnen.

Was noch geschah:
Nachdem bereits im letzten Jahr die beiden neuen Stromabnehmersysteme, AOSA1 und AOSA2, entstanden, konnten diese in den vergangenen Monaten getestet und optimiert werden. Für jedes der beiden Systeme wurde eine umfangreiche Steuerung entwickelt. Momentan bereiten unsere Entwickler gerade die Erprobung am AOSA2 für das Szenario „Andrahten während der Fahrt“ vor, nachdem das Andrahten im Stand am in der Laborhalle und an unserer Oberleitung bereits erfolgreich getestet wurde.
Das System AOSA1 wurde im April auf den Versuchsträger 1 (LKW) montiert und erstmals in Betrieb genommen. Die bis zum Mai andauernden Untersuchungen mündeten in diversen Feinabstimmungen und Optimierungen der Konstruktion des Systems.

 

Nachdem Anfang Mai ein optimiertes AOSA1 bereitstand und zudem die Umbauarbeiten auf dem Busdach weitgehend abgeschlossen waren, folgte nun endlich der Schritt, auf den wir lange hingearbeitet haben:
Am 17. Mai 2019 wurde das Stromabnehmersystem AOSA1 auf dem Busdach montiert und nun ist das Fahrzeug auch endlich als Oberleitungsbus erkennbar.
Bis es jedoch ein vollständiger BOB (Batterie-Oberleitungsbus) ist, wird es noch eine Weile dauern. Hierfür muss der Bus noch in die Lage versetzt werden, Energie aus der Oberleitung zu beziehen. Um dies bei unserem Bus unter Berücksichtigung der geltenden Normen und Gesetzte umsetzen zu können, bedarf es eines speziellen Umrichters zwischen Stromabnehmersystem und Hochvoltsystem des Fahrzeuges. Unsere Konstrukteure erarbeiten aktuell eine Lösung, wie das Gerät im Fahrzeug untergebracht werden kann. Dennoch konnten in den vergangenen Wochen die nötigen Arbeiten, das System in das 24V-Bordnetz des Busses zu integrieren, nahezu abgeschlossen werden.
Mittlerweile hat unser Fachbereich Informatik den angehenden BOB in Beschlag genommen und testet das Zusammenspiel der neuen Steuergeräte sowie die ersten Funktionen der neuen Software. In den kommenden Wochen sind die Inbetriebnahme des AOSA auf dem Bus und erste Tests des Andrahtprozesses vorgesehen.

Ein wichtiger und spannender Meilenstein für unser Projekt steht noch diesen Monat an:
Am Samstag, dem 22. Juni 2019, findet auf dem Campus Scheffelstraße der Westsächsischen Hochschule Zwickau die Lange Nacht der Wissenschaft statt. An diesem Abend wird unser Bus ab 18 Uhr erstmalig  vor einem öffentlichen Publikum andrahten. Hiermit laden wir also alle herzlich ein, die schon lange darauf warten, ob und wie unser Unikat funktioniert und natürlich auch alle, die miterleben wollen, wie nach über 40 Jahren in Zwickau wieder ein O-Bus ans Netz geht.

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