… ist erprobt.

Nach einigen Komplikationen mit dem Technologieträger und zeitlichen Verschiebungen seitens der Corona-Pandemie, konnte vom 09. – 13. November 2020 ein erster ausführlicher Test unter Realbedingungen bei den Verkehrsbetrieben der BBG in Eberswalde mit dem neu entwickelten Stromabnehmer- system und dem Batterie-Oberleitungsbus (BOB) erfolgen.            

Batterieoberleitungsbus der Westsächsischen Hochschule Zwickau auf dem Betriebsgelände der Barnimer Busgesellschaft in Eberswalde
Batterieoberleitungsbus der Westsächsischen Hochschule Zwickau auf dem Betriebsgelände der Barnimer Busgesellschaft in Eberswalde

Zur Praxiserprobung wurden Testfahrten durchgeführt, welche realitätsnahe Linienfahrten nachstellten und sowohl schwierigere Gelände- und Kurvenfahrten als auch die kontinuierliche Fahrt beinhalteten. Dabei wurden wichtige Erkenntnisse in Bezug auf die Praxistauglichkeit und Robustheit des Systems gewonnen, welche über die Tests unter Laborbedingungen weit hinausgingen. 

Nachdem der Technologieträger am Montag in Eberswalde mittels Tieflader angeliefert wurde, wurde anschließend das Fahrzeug und das Stromabnehmersystem für die ersten Tests am Dienstag vorbereitet.

Am zweiten Tag der Testwoche wurde mit Versuchsfahrten auf dem Betriebsgelände der BBG Eberswalde begonnen, um das zuverlässige Arbeiten der zusätzlich installierten Komponenten zu testen. Im Detail handelt es sich hierbei um den potenzial-trennenden Umrichter, sowie das neu entwickelte Energie-Management-Steuergerät (ECM) und die neu entwickelten Stromabnehmerköpfe mit der integrierten Andrahtvorrichtung. Auch das eigenentwickelte Stromabnehmersystem selbst konnte bis dato noch keinen derart ausführlichen Tests an einer Oberleitungsstrecke unterzogen werden. Auf dem Betriebsgelände wurden weiterhin die Systeme der GPS-Ortung und der Wegfortschreibung erprobt, welche ihre zuverlässige Funktion unter Beweis stellen konnten.  
Durch mehrere Andrahtversuche konnte die sichere Funktion aller Komponenten des Stromabnehmersystems bestätigt werden. Zu Beginn wurden die Stromabnehmerköpfe an der Oberleitung durch Leitungselemente wie Kreuzungen, Weichen und Andrahttrichter geführt, um deren sichere Stangenführung an allen Elementen der Oberleitung zu überprüfen. Weiterhin musste überprüft werden, dass die installierte Andrahthilfe nicht an besagten Oberleitungskomponenten zu ungewollten Entgleisungen führt. Nachdem dies sichergestellt wurde, konnte mit einer langsamen Fahrt auf dem Testgelände der BBG begonnen werden. Nach mehreren Fahrten mit jeweils gesteigerter Geschwindigkeit, zeigte sich die sichere und zuverlässige Funktionsweise aller Komponenten.  

Am Mittwochmorgen wurde nach einer Besprechung mit den Verkehrsbetrieben eine geeignete Streckenführung für erste Tests ausgewählt und besichtigt. Nachdem am Technologieträger die Notabdrahtfunktion überprüft wurde, konnte mit der ersten Testfahrt im öffentlichen Verkehr begonnen werden. Hierbei wurden ausgewählte Haltestellen angefahren und der Andrahtprozess eingeleitet. Nach erfolgreichem Andrahten wurde jeweils eine Teilstrecke im angedrahtetem Zustand gefahren, um die Laufeigenschaften des Stromabnehmersystems inklusive der Stromabnehmerköpfe im Straßenverkehr zu überprüfen. Hierzu wurden an den Stromabnehmerstangen zwei Kameras installiert, wobei eine nach oben zur Oberleitung und den Stromabnehmerköpfen und die andere nach unten auf den Bus und das Stromabnehmersystem ausgerichtet war. Zur Absicherung der Testfahrt wurde das Team AOSAplus durch das Wartungsteam der BBG mit ihrem Turmwagen begleitet.

Am Donnerstag wurde mit dem Verkehrsbetrieb der BBG eine größtmögliche Teststrecke geplant, ohne den laufenden ÖPNV zu beeinträchtigen. Hierbei konnten alle wichtigen Streckenabschnitte, welche für den Betrieb der Oberleitungsbusse als schwierig angesehen werden, abgefahren werden. Im Einzelnen zählen hierzu Kreuzungen, Weichen, enge Kurven und auch Andrahttrichter. Die Teststrecke wurde zweimal abgefahren, wobei verschiedene Haltestellen angefahren und hier jeweils Andrahtvorgänge eingeleitet wurden. Der Bus und das Stromabnehmersystem konnten alle gestellten Anforderungen meistern und zeigten hinsichtlich der Laufeigenschaften an der Oberleitung ihre zuverlässige Funktion, die denen konventioneller Systeme in nichts nachstand.        
Weiterhin wurde während der Testfahrten die Funktion des potential-trennenden Umrichters und des ECM getestet. Hierbei konnte die erfolgreiche Funktionstüchtigkeit des Gesamtsystems bewiesen werden. Der Technologieträger konnte unter der Oberleitung während der Fahrt mit Strom aus der Oberleitung gespeist werden. Lag keine oder nur eine geringe Energieanforderung des Antriebs vor, z.B. bei Bergab- oder Konstantfahrt, wurde der Strom der Oberleitung zum Laden der Batterie genutzt. Durch dieses Energiemanagement konnte die Testrunde in Eberswalde mit nahezu gleichbleibendem Energielevel der Fahrzeugbatterie bewerkstelligt werden.

AOSAplus – Erprobung in Eberswalde, November 2020

Nach Abschluss aller Tests, wurde der Technologieträger am Donnerstagabend für den Rücktransport am nächsten Tag vorbereitet. Am Freitagmorgen wurde der Bus verladen und per Tieflader wieder zur WHZ gebracht, wo er nachmittags abgeladen wurde.

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